Tag: Staubsauger


Die Maschine schlägt zurück

Juni 10th, 2009 — 6:37pm

Puh, die Arbeit für heute ist geschafft – oder besser: es gibt noch viel zu tun, aber für heute ist Schluss!

Schön aufschreiben, was ich morgen alles erledigen will (falls mir heute Nacht etwas zustößt, ich von meinem etwas vernachlässigten, altersschwachen iBook angegriffen werde und dadurch zum Beispiel mein Kurzzeitgedächtnis verliere, gar nur mit schweren Hirnschäden davon komme!):

[tipptipptipp]

Bevor ich die heiligen Agenturhallen verlasse, ziehe ich mir diesen amüsanten Artikel zu einer Studie des American Journal of Preventive Medicine rein: “Rasanter Anstieg von Unfällen durch Computer”. Hier wird beschrieben, dass sich in den vergangenen zwölf Jahren die häuslichen Unfälle – verursacht durch nervige herumliegende Kabel, Computer und andere Teile, die man eben zum Arbeiten braucht – VERSIEBENFACHT haben.

Das muss man sich mal vorstellen, einen Moment aus dem Fenster schauen und darüber nachdenken.
Schlimm!

So, genug vorgestellt und getrauert.

Eine Frage bleibt unbeantwortet: Warum jetzt ausgerechnet MONITORE besonders häufig in die Unfälle verwickelt waren, verstehe ich nicht. Darüber möchte ich gern mehr erfahren. Die stehen doch normalerweise so, dass man nicht so gut drüber stolpern kann – es sei denn man muss mal übern Schreibtisch steigen. Viel gefährlicher sind ja wohl Staubsauger.

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Damals, als die Sommer noch lang und sonnigwarm waren

März 4th, 2009 — 2:15pm

Eine der wohl bekanntesten Phobien ist die Arachnophobie. Die Angst vor Spinnen. Teilen kann ich diese jedoch nicht. Diese grazielen, vielfüßigen Tierchen sind doch nett anzuschauen. Na gut, nur solange sie nicht auf dem eigenen Körper krabbeln oder in unmittelbarer Nähe zu diesem.

An eine wirklich unangenehme Erfahrung kann ich mich jedoch gut erinnern. Es geschah in einem Sommer vor vielen Jahren… damals, als die Sommer noch lang und sonnigwarm waren. Ich befand mich im Haus meiner Fast-Schwiegereltern mitten im schönen Sauerland. Nach einem kühlen Getränk durstend, machte ich mich auf den Weg vom Wintergarten durch einen langen schmalen Flur Richtung Keller, als ich plötzlich im Augenwinkel etwas sehr Großes an der Wand rechts neben mir sitzen sah. Etwas direkt über meinem Kopf! Schreck. Ich regierte in Mikrosekundenschnelle: Ein spitzer Schrei! Gefolgt von sprungartiger Rückwärtsbewegung in Bückhaltung zurück zum Wintergarten.

Schwein gehabt. Dem Monster erst einmal entkommen.

“Das Problem” war ja nun noch nicht gelöst, also schaute ich mir “das Ding” aus sicherer Entfernung mal genauer an. Es war etwa handtellergroß, stark behaart und hatte große leuchtende Augen, die mich genau musterten. Mal ehrlich, es war von der unsympathischen Sorte. Ich hatte das Gefühl, es machte sich lustig über mich. Vorbei kam ich nicht – ich hätte zu nah daran vorbei gemusst und das bereitete mir Unbehagen (sogar bis heute). Also rief ich laut und verzweifelt nach Hilfe und einer Waffe.

Mein damaliger Freund, der sich irgendwo im Haus herumgetrieben hatte, kam relativ schnell auf mich zugelaufen und reagierte ebenfalls in Mikrosekundenschnelle. Nur das er aus Richtung Haus kam. So standen wir uns gegenüber, die Spinne in der Mitte, ihren Sieg und uns Angsthasen triumphierend belächelnd. Ich lachte laut über den großen kräftigen Kerl, der tatsächlich unter einer ausgewachsenen Arachnophobie litt und sich, wie ein misshandeltes Tier, winselnd und möglichst weit weg von dem Mistvieh an die Wand drückte.

„Schatz, HOL WAS! Irgendwas zum Draufkloppen!“ rief ich ihm zu, um uns aus dieser bedrohlichen Situation zu retten. „Das geht nicht! Das gibt nen Riesenärger, wenn da so große Flecken an der Wand sind.“ war die Antwort und er kam nach kurzer Zeit mit einem Staubsauger um die Ecke, schob mir das Rohr langsam zu und wich wieder zurück – die Spinne immer im Auge „Du saugst!“.

Ich zog den Sauger zu mir rüber, schaute ungläubig in die Saugöffnung, auf die Spinne, in die Saugöffnung, auf die Spinne. Unmöglich das Dingen da rein zu bekommen, aber einen Versuch war es schließlich wert. Der Durchgang vom Haus zum Wintergarten wäre wieder frei und ich würde als mutige Befreierin da stehen. Nach dem Einstöpseln und Anschalten des Geräts bewegte ich mich nun langsam und möglichst leise mit dem Staubsaugerrohr auf das Vieh zu. Auf halber Strecke musste es sich natürlich bewegen, was dazu führte, dass wir zwei todesmutigen Kämpfer laute, spitze Schreie von uns gaben und zusammenzuckten.

Beim erneuten Annäherungsversuch fiel Arachnida von der Wand und krabbelte den Flur entlang. Es half alles nichts, ich musste mich beeilen und handelte schnell! Zack, anvisiert und angesaugt.

Wie geahnt, passte die Spinne kaum durch die Staubersaugeröffnung und das Gerät gab verstopfte Schlurpskrchchrrrch-Geräusche von sich. Nach einigen Schlackerbewegungen mit dem Rohr, akustisch begleitet von Uaaahhh-oh-nein-jetzt-geh-doch-rein-da-Rufen, hörte man es an verschiedenen Stellen durch den Schlauch schlurpsen und dann war das Rohr ENDLICH wieder frei.

Den Staubsauger stellten wir vorsichtshalber in den Heizkeller, den man mit einer dicken, schweren Metalltür verschließen konnte. Wir waren gerettet.

2 comments » | A, Wetter

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